In dem Zusammenhang verlangt man auch die Abschaffung der „Unité de disponibilité opérationnelle“ (UDO), die eine Zweiklassengesellschaft bei der Armee schaffe. Dass die Soldaten, die sich in Missionen engagierten, später eine „Superpriorität“ bei der Vergabe von Arbeitsplätzen genössen, sei die größte Ungerechtigkeit, die es jemals in der Armee gegeben habe, so Christian Schleck. Jeder Soldat sei gleich wichtig, und es sei nicht normal, dass dessen Karriereperspektiven schon bei der Grundausbildung festgelegt werden.
Trauerspiel Rekonversion
Sein Fett weg bekam auch die Rekonversion, also die schulische Weiterbildung der Soldaten nach dem Militärdienst, um den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Es sei mittlerweile ein Trauerspiel, was den Schülern hier geboten werde.
So würden die Kurse, die auf ein Examen vorbereiten, von der Qualität her nicht angepasst: jedes Semester immer wieder dieselben Textanalysen und Grammatikübungen, keine individuelle Vorbereitung auf die jeweiligen Examen, keine Anpassung an das Niveau der einzelnen Schüler, übertrieben viele Schulstunden, die ausfallen, weil die Lehrer oft fehlten und kein Ersatz zur Verfügung stehe.
Mangelnder Personalbestand
Christan Schleck prangerte nicht zuletzt auch den nach wie vor mangelnden Personalbestand an. Angesichts der immer zahlreicher werdenden internationalen Aufgaben sei die Armee hoffnungslos unterbesetzt, und man riskiere früher oder später ihren sicheren Kollaps. Der SPAL-Präsident erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass derzeit zum Beispiel 103 Soldaten bei der „Very high readiness Joint Task Force“ der NATO und deren 44 beim „European battle group“ im Einsatz sind.
Allerdings fand Christian Schleck auch belobigende Worte an die Adresse der Regierung. So sei beispielsweise die Modernisierung der Herrenberg-Kaserne auf einem guten Weg. Weitere realisierte Projekte wollte er aber nicht aufzählen. Die könne man ja auf dem Twitter-Account des Verteidigungsministers nachlesen. |