| Delegiertenkongress des „Syndicat Professionnel de la Force Publique“
WALFERDINGEN
„Es tut gut, dass Sie den Weg
zu uns gefunden haben; dies zeigt Ihre Verbundenheit
zu uns, zur ‚Force Publique‘“,
führte SPFP-Generalsekretär Lex Heles gestern
in die Versammlung ein. Sind es doch
aktuell turbulente Zeiten für Armee und Polizei,
die Bürgermeisterin Joëlle Elvinger in
ihrer Begrüßung kurz anriss.
Disziplinargesetz: Dorn im Auge
der Gewerkschaft
So blickten Präsident Pascal Ricquier und
Vizepräsident Christian Schleck detailliert
auf diese turbulente Zeit. Ricquier beleuchtete
die interne Arbeit für die 3.000
Mitglieder. „Wir müssen mehr Aufgaben
gemeinsam lösen - zwischen Polizei und
Armee“, sagte Ricquier. Und wie gut das
klappte, zeigte Ricquier an dem Beispiel,
dass mittels der zufällig anwesenden Armee
und deren Wärmebildkamera ein
flüchtiger Einbrecher von der Polizei gestellt
werden konnte. Natürlich griff
Ricquier das Disziplinargesetz auf, das immer
noch ein Dorn im Auge der Gewerkschaft
ist. Reiben tut sich die Gewerkschaft
vor allem daran, dass sie als Personalvertretung
gar nicht in diesen weiteren Prozess
mit eingebunden und „das Gutachten quasi
komplett ignoriert“ wurde. So sei das Gesetz
„voller Sauereien“, sagte Ricquier. Klare Regelungen
würden fehlen. „Bisher war es auch
immer so, dass sobald ein Disziplinarverfahren
eröffnet wurde, der Beamte auch versetzt
wurde“, ein Vorgehen, was so illegal sei, wie Ricquier ausführte. Auch müsste die Zusammensetzung
des Disziplinarrates an die Zusammensetzung
des „Disziplinarrates der
Staatsfunktionäre“ angepasst werden, damit
auch hier eine neutrale Bewertung der Vorgänge
gegeben sei. „Auch bei der Armee ist
dies der Fall. Ich hoffe, dass die Abgeordneten
hier reagieren, damit unsere Leute
nicht die Verlierer sein werden.“
Fragwürdiger Sozialdialog
Christian Schleck, der übrigens gestern
Abend das Amt des Präsidenten übernommen
hat, griff in seiner Rede unter anderem
dem Aspekt der Verwaltungsvereinfachung
auf, „die immer noch ein Thema ist - ebenso
wie das neue Organigramm der Armee.“
Auch die entsprechenden „lignes directrices“
würden noch ein Problem darstellen, zumindest
Fragen aufwerfen. „Hier sind es die
Postenbesetzungen. Diese müssen nach unserer
Ansicht von Militärangehörigen besetzt
werden.“ Auch die entsprechenden Prämien
müssten angepasst werden, „dafür machen
wir uns stark“, sagte Schleck. Die neuen
Karrieren müssten passend bei der Armee
ein- und umgesetzt werden. „Denn auch von
uns wird immer mehr verlangt.“ Was die Idee
einer Reservearmee angeht, so sei dies sicherlich
keine schlechte Idee, „aber es gibt
aktuell sicherlich genügend andere Baustellen,
die wichtiger sind.“ Bezüglich des Sozialdialogs
zeigte sich Schleck teils überrascht,
dass nach getroffenen Entscheidungen ein
Jahr später alles wieder in Frage gestellt wird. Unter dem Strich habe die Armee nur
eine Verschlechterung bezüglich ihrer Karriere
erfahren. Hier wurde auch der Punkt
der „Auszubildenden“ aufgegriffen. Doch die
Armee dürfe nicht stiefmütterlich behandelt
werden. Was die Rekrutierung bei Armee
und auch der Polizei (und auch die Aus- und
Fortbildung bei der Armee) anbelangt, so sei
dies aktuell ein großes Problemfeld, sagte
Schleck. „Denn so, wie es sich momentan
darstellt, ist die Armee nicht sehr attraktiv
für die Leute.“ Hier sprach sich Schleck für
eine Quote beim Staat und den Gemeinden
für die weiteren Laufbahnen aus.
IZ |